Mittwoch, 13. Februar 2019

Tagebuch schreiben

Wie vielleicht schon einige meiner regelmäßigen Leser mitbekommen haben, schreibe ich seit Anfang des Jahres mein Tagebuch in einer zumindest für mich neuen Form: Das Scribtnoting. Einige nennen es auch Sketchnoting, Bullet-Lists etc.
Einige meiner Einträge möchte ich hier öffentlich machen. Ich schreibe Bibelverse auf, die mir wichtig sind, notiere bei Predigten mit, verschrifte Impulse - meine oder die anderer - kreativ.
Schaut selber, wie sich das auswirkt. Für mich hat es zur Folge, dass ich viel öfter in den Seiten zurück blättere, um nochmal einiges nachzulesen, als ich es ohne kreative Anmerkungen tun würde.







Montag, 14. Januar 2019

The Time After...

Weihnachten in anderen Kulturen - das war mein letzter Post. Ich bin wieder da, stehe immer noch ganz unter dem Eindruck des Erlebten - aber nicht nur in Bezug auf Weihnachten.
Die Zeit in Ghana, hauptsächlich Accra, der Hauptstadt, hat mir nur bestätigt: Weihnachten, die Geburt Christi, wird von Christen auf der ganzen Welt gefeiert - nur eben völlig anders! Es gibt Gottesdienste - ja, aber schon die sind anders als das, was wir uns für unsere Weihnachtsstimmung wünschen.
Accra: Die Gottesdienste sind eher laut, es wird ausgelassen gefeiert, die Ventilatoren drehen sich emsig an der Raumdecke, die Menschen tanzen zu afrikanischen Rhythmen. Und das stundenlang!
In Jamestown, einem Stadtteil von Accra, liegt eine "Kirche" neben der anderen. Weihnachten bedeutet, dass die Gottesdienste Hochkonjunktur haben. Und da unter Feiern auch laut feiern verstanden wird, übertönen sich die teilweise gegenüberliegenden Gemeinden und beschallen durch genügend Technik verstärkt den gesamten Stadtteil.
Auch das ist etwas, was uns in unserer Kultur fremd ist. Weihnachten ist still, besinnlich, ruhig, friedlich - das ist das angestrebte Ideal.
Was auch gänzlich fehlte, waren uns geläufige "Zeichen" und Requisiten, die für uns zu Weihnachten gehören: geschmückter Weihnachtsbaum, Girlanden, Straßenbeleuchtung, Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt, stimmungsvolle Musik beim Einkaufen...
Am Flughafen stand ein Baum, und in einem Restaurant - ansonsten Fehlanzeige.
Und wieder meine Frage: Was brauche ich, um Weihnachten zu "fühlen"?
Ich beschloss, nichts von dem zu "brauchen", was mir so vertraut ist, sondern mich immer mehr auf den Gedanken einzulassen, dass Christus für die ganze Welt gekommen ist, um uns Menschen zu begegnen und zu zeigen, wie Gott ist. Egal, welche Rituale wir pflegen, welche Gebräuche wir haben. Es geht um IHN, den Retter der Welt.
Dennoch will ich nicht meine eigene Tradition an den Nagel hängen, wenn ich zu hause bin. Es passt zur dunklen Jahreszeit in Deutschland, Kerzen anzuzünden, Keksduft durch das Haus ziehen zu lassen und es sich gemütlich und warm zu machen.

Und es passt zu Afrika, ausgelassen zu feiern, die Ventilatoren sich drehen zu lassen, zu tanzen - und das alles ohne Kerzen und Weihnachtsschmuck!

Bewusster das zu genießen, was wir haben und zu schätzen, was andere Kulturen uns vorleben - das ist mein Fazit aus den vergangenen Weihnachtsfeiertagen.





Montag, 17. Dezember 2018

Kurz vor Weihnachten

Vielleicht ist es für einige noch zu früh, schon an Weihnachten zu denken - es ist bis dahin immer hin noch eine Woche!!! Aber andere routieren schon seit Ende November, um alles "bis Weihnachten fertig zu haben".
Ich glaube, ich gehöre in diesem Jahr zur zweiten Sorte. Und: So früh war ich noch nie fertig! Also "fertig" im positiven Sinne des Wortes. :-) 
Tatsächlich: Ich hatte bereits vor einer Woche alle Geschenke, auch schon fertig eingepackt, und konnte entspannt in die nächste Woche gehen.
Entspannt, nun ja. Also es ist mal wieder alles anders, denn wir fliegen nach Ghana.
Judith und Louis im Township von Accra besuchen.

Weihnachten in Ghana - es wird warm sein, die Sonne wird scheinen, sicher ist es laut, für gemütlichen deutschen Kerzenschein sicher kein Platz. Die sind ja auch viel zu warm, die Kerzen. Bzw. schmelzen womöglich, bevor sie überhaupt ihren Zweck erfüllen können.

Weihnachten in anderen Kulturen feiern - da kommt man viel eher auf den Gedanken, ein bisschen intensiver über den Sinn von Weihnachten nachzudenken. Denn die Geschichte, die Geburt Jesu, das Feiern seines Geburtags, das alles bleibt ja. Nur das Äußere ist völlig unterschiedlich.

Wieviel Tradition brauchen wir, um Weihnachten zu "fühlen"?
Oder worum geht es dabei?

"Der Retter der Welt" kam nicht in erster Linie für Menschen, die im Prinzip alles haben, um sie eine schöne Stimmung erleben zu lassen. Er kam, um zu retten - und zwar gerade die, die nicht in Stimmung sind zu feiern, weil sie gar nichts haben, was sie zum Feiern einsetzen könnten. Oder vielleicht doch? Und gerade weil sie nichts haben?

Wir erleben immer wieder, wenn wir unterwegs in diesen ärmsten Ländern der Welt sind, dass dort die Dankbarkeit viel größer geschrieben wird als bei uns. Wer den Retter der Welt als seinen persönlichen Retter kennen gelernt hat, der feiert auch mit "nichts". 
Wie die Hirten auf dem Feld: Freude, pure Freude, weil ein Kind geboren ist. Ein Kind, das Zeichen setzt für die ganze Welt. Ein Kind, das bereits bei der Geburt Armut und Kälte erlebt, das kein Zuhause hat - wie so unendlich viele Kinder auf dieser Welt!

Richtig, wir "können nichts dafür", dass jeder von uns hier ins reiche Deutschland hinein geboren ist. Aber ich bin dankbar, dass ich durch die Begegnung mit anderen Kulturen erleben darf, wie anders es sein könnte. Und wie dankbar ich sein sollte, dass ich diese Begegnungen haben darf.
Und dass es Augenblicke gibt, die einfach nur ein Aushalten der Andersartigkeit und dankbaren Freude von Menschen sind, die nichts haben - ohne es wirklich verstehen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich allen gesegnete und besinnliche Festtage!


Weihnachten in einer Kirche in Niger 2017



Sketchnotes

Habe Sketchnoting entdeckt! So macht es Spaß, sich Notizen zu machen oder sich Dinge zu merken!



Donnerstag, 6. September 2018

25 Jahre Mülheim!

Ekkehart schreibt: "Also, am vergangenen Sonntag waren Sabine & ich ja völlig platt. Unsere Gemeinde präsentierte uns einen wunderbaren Wertschätzungsgottesdienst anlässlich unserer 25 Jahre in Mülheim an der Ruhr - mit wirklich kreativen und lustigen Ideen und Beiträgen incl. einer klassischen CGM-****-Grillfete vom Feinsten. Wir waren echt gerührt und bewegt und können nur ein gaaaaanz großes "DANKE!" sagen für soviel Liebe und Wertschätzung, die uns überspült hat."

Ja, es war der Hammer, und für uns komplett überraschend und ungeahnt!




Da waren´s ihrer 12!

7 plus 5 - so veröffentlichte Ekkehart unser 12. Enkelkind auf Facebook! Emil Silas wurde als 5. Kind (und 4. Sohn) von Christian und Romina am 26. August 2018 geboren. Wir freuen uns sehr über dieses neues Familienmitglied!




Das Familienglück zu Hause muss sich erst noch einspielen...
Romina blieb nach der Geburt mit Emil noch drei Tage im Krankenhaus. Der Kleine war sehr leicht, musste erst noch beweisen, dass er "draußen" klar kommt. Doch dann war es soweit, und Romina rief bei ihrer Familie zu Hause an. Gespräch mit Linus, Sohn Nr. 3 und vier Jahre alt: "Linus, heute kommen wir endlich nach Hause!" Linus: " Wie, kommt das Baby mit?" "Ja, natürlich. Der Emil wohnt jetzt bei uns!" Linus: "Für IMMER?"

Samstag, 28. Juli 2018

Enkelgeschichten

Wie schon zur Zeit unserer eigenen Kinder, so sammel ich immer noch Geschichten mit Kindern bzw. deren Aussprüche und Verwirrungen.

Wir haben uns als Großfamilie im Juli 2018 in einem Feriendorf an der Ostsee eingemietet. Es gibt hier tolle Spielmöglichkeiten für Jung und Alt. Die Erwachsenen entdecken, dass es zu dem großen aufgemalten Schachfeld auch Figuren gibt und bauen sich ein Schachspiel auf. Simon (39) und Jonas (35) beginnen mit ihren Zügen. Mittendrin kommt Nora (5) dazu und sieht ihren Papa und Onkel jeden an einem Ende des Spielfeldes stehen. Sie stellt sich dazu und beobachtet die beiden, di nachdenklich über ihren Zügen brüten. Nora: "Was macht ihr da?" Simon: "Wir spielen." Nora: "Wie heißt denn das Spiel?" Simon: "Schach." Nora: "Okay. Und wann fangt ihr an?"
Das Gelächter der beiden ärgert sie, weil sie nicht verseht, warum das witzig ist. Man erklärt es ihr.

Ebenfalls während dieses Familientreffens ereignet sich Folgendes: Romina weist ihren Ältesten, Paul (11) an, mit Papa duschen zu gehen (Hier gibt es nur Sammelduschen, Männer und Frauen getrennt). Paul gestikuliert wild: "Nein, ich will mit der Dame - wie heißt sie noch gleich? - duschen gehen!" (Er meint Katja, die sich einige Zeit rührend mit ihm abgegeben hat). Als Katja erklärt, sie dusche lieber alleine, fragt er weiter. "Was machst du gleich?" "Katja: "Danach werde ich mit meinem Mann Michael ein bisschen spazieren gehen." Paul: "Ich komm mit!"

Unsere Enkel machen sich hin und wieder Gedanken über den Tod, insbesondere das Ableben ihrer Großeltern.
Nora: "Oma, ihr sterbt bald. Aber wir sind gar nicht traurig, weil ihr ja schon alt seid!" (Naja, 62 Jahre...)
Und sie verstehen manchmal nicht so genau, was einzelne Wörter bedeuten. So beschließen wir, mit den Kindern Jakob und Nora zum Grab von Ekkeharts Mutter zu gehen für einen nötigen gärtnerischen Einsatz. Die Kinder waren noch nie auf einem Friedhof, also erklärt ihr Papa ihnen, dass wir dort ein bisschen am Grab arbeiten müssen, vielleicht etwas abschneiden oder Unkraut raus holen oder, oder... So kommt Nora ganz wichtig zu mir und sagt: "Oma, wir gehen jetzt auf den Friedhof und graben die Großmutter aus!"

Einige Tage später geht die Familie Vetter aus Niger mit ihren Kindern in einen anderen Mülheimer Gottesdienst als wir. Ekkehart ist schon weg, ich mach mich fertig. Jonas fragt mich noch:"Sollen wir dich vielleicht rum bringen?" und Nora wiederholt:"Sollen wir die Oma umbringen?"
Nein, danke, da geh ich doch lieber zu Fuß!